- Wohnimmobilienpreise steigen weiter moderat: +0,2 % bei Einfamilienhäusern und +0,2 % bei Eigentumswohnungen im Monatsvergleich.
- Im Jahresvergleich steigen Einfamilienhäuser bundesweit um +2,5 %, Eigentumswohnungen um +2,1 %.
- Leipzig bleibt dynamischste Metropole mit +6,4 % bei Häusern und +2,3 % bei Wohnungen.
- Eigentumswohnungen in Hamburg und Köln stagnieren bereits den zweiten Monat in Folge gegenüber dem Vormonat.
- Verhandlungsspielraum bleibt bundesweit stabil bei -5,9 %.
- Baufinanzierungsvolumen springt deutlich an und erreicht höchsten Wert seit Mai 2022.
Die Kaufpreise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im April erneut gestiegen. Die Entwicklung bleibt insgesamt stabil, bei Eigentumswohnungen zeigen sich jedoch erste Hinweise auf eine nachlassende Dynamik. Bundesweit verteuerten sich Einfamilienhäuser gegenüber dem Vormonat um +0,2 %, Eigentumswohnungen ebenfalls um +0,2 %. Im Jahresvergleich liegt das Preisplus für Häuser bei +2,5 % und damit leicht unter dem Vormonatswert von +2,7 %. Eigentumswohnungen steigen mit +2,1 % ebenfalls etwas schwächer als im März (+2,2 %).

„Die Preisentwicklung bleibt positiv, verliert aber insbesondere bei Eigentumswohnungen etwas an Dynamik“, so Christian Sauerborn, Chefanalyst bei Sprengnetter. „In einzelnen Märkten sehen wir bereits erste Stagnationstendenzen.“
Großstadtvergleich Einfamilienhäuser: Leipzig weiter mit deutlichem Abstand vorn
Leipzig bleibt mit +6,4 % im Jahresvergleich die dynamischste Metropole bei Einfamilienhäusern. Dahinter folgen Düsseldorf (+2,9 %), Hamburg und Köln (je +1,7 %) sowie Frankfurt (+0,7 %). München (-1,6 %), Berlin (-1,2 %) und Stuttgart (-1,0 %) bleiben dagegen im negativen Bereich, zeigen im Monatsvergleich jedoch teilweise wieder spürbare Aufwärtsbewegungen.

Großstadtvergleich Eigentumswohnungen: Erste Ermüdungserscheinungen
Bei Eigentumswohnungen zeigt sich ein zunehmend differenziertes Bild. Hamburg bleibt mit +3,3 % stärkste Metropole, gefolgt von Leipzig (+2,3 %), Köln (+1,7 %), Frankfurt (+1,7 %) und Düsseldorf (+1,6 %). In Hamburg und Köln stagnierten die Preise nun bereits den zweiten Monat in Folge gegenüber dem jeweiligen Vormonat. München entwickelt sich mit +0,7 % moderat positiv. Berlin (-1,6 %) und Stuttgart (-2,1 %) verzeichnen weiterhin niedrigere Preise als im Vorjahr.

Angebots- und Transaktionspreise: Markt bleibt weitgehend stabil
Die Differenz zwischen Angebots- und Transaktionspreisen liegt bundesweit weiterhin bei -5,9 % und bleibt damit gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert. Leipzig weist rechnerisch weiterhin ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebots- und Kaufpreisen auf. Die größten Abschläge zeigen sich in Köln (-7,9 %), Stuttgart (-7,7 %) und Hamburg (-7,1 %).

„Die Schere zwischen Angebot und tatsächlichem Abschluss bleibt insgesamt stabil“, so Sauerborn. „Regional deutet sich jedoch an, dass Käufer wieder etwas stärker verhandeln können.“
Datengrundlage
Für diese Analyse wurden 1.468.455 Angebotspreise und 349.603 Kaufpreise ausgewertet.
Baufinanzierungen: Höchstes Finanzierungsvolumen seit Mai 2022
Das Volumen neu vergebener Baufinanzierungen lag im März 2026 bei 24,17 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vormonat entspricht das einem Anstieg von +29,2 %. Im Vergleich zum März 2025 liegt das Volumen um +9,1 % höher. Damit erreicht die Marktaktivität den höchsten Stand seit Mai 2022.

„Noch im Februar war eher mit einer Abschwächung der Marktaktivität gerechnet worden“, so Sauerborn. „Die aktuellen Zahlen zeigen nun das Gegenteil. Ein möglicher Grund könnte sein, dass viele Käufer angesichts erwarteter Zinssteigerungen ihre Finanzierung vorgezogen haben.“


