Preisindex für Bauland

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht vierteljährlich einen Preisindex für Bauland in Deutschland. Dieser stellt die Preisentwicklung von unbebauten, baureifen Grundstücken mit einer Größe von mindestens 100 m² dar, die in den Baugebieten der Gemeinden liegen und die Baulandeigenschaft besitzen.

Anstieg der gezahlten Kaufpreise für Bauland

Der Preisindex für Bauland (siehe nebenstehende Grafik) zeigt einen Anstieg der gezahlten Kaufpreise für Bauland.

Ein Vergleich des Bundesindex mit örtlichen Bodenpreisindexreihen der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte belegt, dass der Preisindex für Bauland die Entwicklung der Bodenpreise in Deutschland als Durchschnitt zutreffend widerspiegelt. Die Bodenpreisentwicklung verläuft regional allerdings sehr unterschiedlich; die Abweichungen sind in Einzelfällen gravierend. Aus diesem Grund und da die Gutachterausschüsse ihre Indizes noch stärker normieren als das Statistische Bundesamt, sollte in Wertermittlungsgutachten vorrangig auf die örtlichen Daten der Gutachterausschüsse zurückgegriffen werden. Allenfalls hilfsweise kann der Preisindex für Bauland (ggf. ergänzend zu weiteren Informationen) verwendet werden (vgl. Kierig/Gante: Der neue Preisindex für Bauland – tauglich für die Wertermittlung?, immobilien & bewerten 2008, S. 7). 

Aktueller Trend / Schätzung (Basis 2015=100)

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 17, Reihe 4.

Jahr

Quartal

Index

2020

1

154,4 (v)

2020

2

155,1 (v)

2020

3

159,1 (v)

2020

4

163,8 (v)

Kaufwerte für baureifes Land

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht in der Fachserie 17, Reihe 5 vierteljährlich Kaufwerte für Bauland, differenziert nach Baulandarten, Ländern und Gemeindegrößenklassen sowie nach Baugebieten. 


Die angegebenen Kaufwerte (€/m²) sind flächengewogene Durchschnittswerte der jährlichen bzw. vierteljährlichen Zusammenfassungen. Sie schließen ggf. die Beträge für die Erschließung, Aufwuchs und dergleichen ein; nicht eingeschlossen sind die Grunderwerbsnebenkosten (Vermessungskosten, Makler-, Notariats- und Gerichtsgebühren, Grunderwerbsteuer u. a.).

In der nebenstehenden Grafik ist die Entwicklung der Kaufwerte für baureifes Land in Deutschland (D), dem früheren Bundesgebiet (FB) und den neuen Ländern (NL) auf der Grundlage der Kaufwertestatistik dargestellt.

Aufgrund von Struktureffekten, die durch unterschiedliche Kaufpreisvolumina in unterschiedlich preisigen Gebieten bedingt sind, sind die Kaufwerte für baureifes Land für die Ermittlung von durchschnittlichen Bodenwertänderungen ungeeignet (vgl. Kierig/Gante, Der neue Preisindex für Bauland – tauglich für die Wertermittlung?, immobilien & bewerten 2008, S. 7).

Vierteljahr

Kauffälle [Anzahl]

Veräußerte Fläche [1000m²]

Kaufwert [€/m²]

2019 4.Vj

20.784

22.563

202,12

2020 1.Vj

13.330

13.766

166,93

2020 2.Vj

18.511

19.294

186,04

2020 3.Vj

20.874

22.026

212,92

2020 4.Vj

22.193

23.404

213,97

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 17, Reihe 5.
Hinweis: Beginnend mit dem 3. Quartal 2007 werden die Kaufwerte nicht mehr differenziert für die neuen Länder und das frühere Bundesgebiet ausgewiesen.

Kaufwerte für landwirtschaftliche Grundstücke

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht jährlich Ergebnisse der Statistik über die Verkäufe von landwirtschaftlichen Grundstücken. Bis Mitte der 90er Jahre erfolgten diese Verkäufe ausschließlich unter Marktbedingungen (Verkäufe zum Verkehrswert); die Verkaufsbedingungen regelten sich nach Angebot und Nachfrage.Nachdem die rechtlichen Grundlagen für den Verkauf von ehemals volkseigenen Landwirtschaftsflächen auf dem Gebiet der früheren DDR, die bis dahin Eigentum der Treuhandanstalt bzw. Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben waren, Ende 1995 in Kraft getreten sind, begann der Verkauf dieser Flächen. Die Veräußerungen erfolgten zu den in den Rechtsgrundlagen festgelegten besonderen Konditionen bezüglich des berechtigten Erwerberkreises, der Größe der zu erwerbenden Flächen sowie des Kaufpreises. Damit unterscheiden sich diese Verkäufe insbesondere bezüglich des Preises von denen unter Marktbedingungen und werden deshalb in der Statistik gesondert erfasst. Die Kaufwerte der zum Verkehrswert veräußerten Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN) sind immer in Abhängigkeit der Ertragsmesszahl zu sehen. Diese liegt in Deutschland in dem angegebenen Zeitraum im jährlichen Mittel zwischen 42,5 (2007) und 45,9 (1991, 1994).

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 3, Reihe 2.4

Die von dem Statistischen Bundesamt in dieser Statistik angegebenen Werte sind Durchschnittsgrößen. Bei Bodenwertermittlungen für landwirtschaftlich genutzte Flächen wird empfohlen, auf örtlich geltende Indexreihen zurückzugreifen, sofern solche existieren. Aus den Kaufwerten für landwirtschaftlichen Grundbesitz lässt sich nur eine tendenzielle bundesdurchschnittliche Entwicklung ableiten. Aufgrund der Besonderheiten jeder einzelnen Region ist eine solche durchschnittliche Entwicklung nur – wenn überhaupt – unter größter Umsicht zur Ermittlung der im Bewertungsfall benötigten Bodenwertänderung anzuhalten.

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